Mottenfraß im Teppich

Wenn die Motten kommen

Klein und gefährlich: Motten lieben Wolle!


Kahle oder dünne Stellen in Teppichen und Teppichböden mit Naturfasern deuten nicht immer auf Abnutzung hin -auch Motten können dahinterstecken. Wir sagen Ihnen, wie die Motten kommen, wie sie sich vermehren, was und wie sie fressen und wie Sie sich davor schützen können.

Ca. 200 Eier legt eine einzige Motte, bis zu vier Generationen wachsen pro Jahr -und sie fressen bis zu 49 kg Wolle! Bereits 8 Tage, nachdem die Eier gelegt sind, beginnen die Raupen das große Fressen – drei Monate lang pro Brut. Da ist jede tagsüber fliegende Motte ein Alarmsignal – wenn sie ihre Eier nicht schon abgelegt hat.

Doch wie kommt die Motte ins Haus?

Auf abenteuerlichen Wegen. Denn die nachtfliegende Motte zwängt sich durch Tür- und Fensterritzen, kommt durch Luftschächte und Ventilatoren. Auch Motteneier kann man einschleppen – mit Schuhen oder Wolle, Verpackungen oder Kleidungsstücken.

Bei 14°C beginnt die Brut, also grob von März bis Juni und August bis Oktober, aber die Eier können auch bei Kälte überleben. Inaktiv zwar, aber sobald es warm wird, legen sie los und die Raupen schlüpfen. Sie sind die eigentlichen Fresser, denn nur sie richten Fraßschaden an. Motten mögen so gut wie alle organischen Stoffe, so dass fast alles aus Stoff auch angefressen werden könnte.

Sie leben vor allem vom Keratin des Wollhaares – Seide z.B. mögen sie nicht. Aber sie fressen auch die Wollbestandteile von Mischgeweben. Motten benötigen keine Feuchtigkeit oder Wasser zum Leben -sie verdauen den Wollanteil, ihre alkalischen Magensäfte lösen die Wolle. restlos auf und verwandeln sie in verdauliches Eiweiß.

Woran erkennt man Schäden einer Motte?

Schäden an Teppichen sind nicht immer zu erkennen. Denn die Mottenraupen arbeiten wie eine Zange und schneiden die Fasern treppenartig ab. So kann, was zunächst wie eine Abnutzungserscheinung durch starke Beanspruchung aussieht, sich plötzlich als Mottenfraß entpuppen. Erst durch die Beanspruchung des Teppichs brechen die fraßgeschädigten Fasern ab und lösen sich aus der Bindung – die Kahlstellen oder Löcher entstehen.

Was kann man gegen Motten tun?

Zur wirksamen Bekämpfung von Motten muss zunächst die Quelle gefunden werden. Sobald kleine Klümpchen, Larven oder feine Gespinste auf dem Teppich oder gar auf der Rückseite entdeckt werden, müssen diese sofort und so entsorgt werden, dass die Insekten nicht wieder zurück ins Haus finden.
Die Behandlung von Teppichen mit Insektiziden ist mit Recht verboten. Diese Mittel sind zwar sehr wirksam, denn sie dringen sofort durch die Haut des Tieres und töten es ab, aber der Mensch gefährdet sich damit selbst.

Wer’s ohne Chemie haben will, für den gibt es ein natürliches Mittel: Pyrethrum, das aus einem Chrysanthemen-Extrakt gewonnen wird. Dabei ist Pyrethrum ein Berührungs- und Fraßgift, ein Muskel- und Nervengift. Er ist geruchsneutral, umweltfreundlich und wirkt sofort. Allerdings sollten auch Haustiere nicht in Berührung mit dem Mittel kommen, denn es bleibt ein Gift, auch wenn es ein natürliches ist.

Schlupfwespen als Alternative?

Eine Alternative wäre eher die Schlupfwespe, die auch bei Kleidermotten oder Lebensmittelmotten hilfreich ist. Sie bohrt mit ihrem Legestachel ein Loch in die Motteneier und legt anschließend ihre eigenen Eier hinein: So wird die Fortpflanzungskette der Motte unterbrochen.

Die Behandlung von Schlupfwespen funktioniert nur dann, wenn man noch keine Insektizidbehandlung vorgenommen hat und mit einem Zeitfenster von ca. 12-16 Wochen warten kann, um sicherzugehen, dass alles bekämpft wurde. Schlupfwespen gibt es mittlerweile im stationären Handel (z.B. im Gartencenter oder Drogeriemarkt).

Auch ätherische Öle, die etwa Zedern- oder Zirbelkieferholzstücke verströmen und der Duft von Lavendel und Teebaumöl helfen gegen die Schädlinge.

Die einfachste und effektivste Methode bei Mottenbefall ist die Teppichreinigung, die aus Entstauben und Teppichwäsche besteht. Erst mit dem Klopfen lösen sich die Motteneier aus dem Gewebe und können fachmännisch herausgewaschen werden.

Eine zusätzliche Mottenschutzbehandlung nach der Wäsche ist möglich und kann auf Wunsch durchgeführt werden.

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